„Unsere Lotsen verändern Leben“ – wie die Neue Arbeit Saar gGmbH als Träger  und Partner das Projekt mobisaar lebt

Der Lotsenservice von mobisaar ist ein zentrales Angebot für barrierearme Mobilität im Saarland. Er unterstützt Menschen dabei, sicher und selbstständig mit Bus und Bahn unterwegs zu sein – besonders ältere Fahrgäste, Menschen mit Behinderungen oder solche, die sich im ÖPNV unsicher fühlen.

Als Träger ist die Neue Arbeit Saar gGmbH (NAS), eine Einrichtung der Diakonie, ein wichtiger mobisaar-Partner. Sie gehört zu den ältesten Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaften Deutschlands und steht für soziale Verantwortung, Teilhabe und berufliche Integration.

Mit insgesamt 41 Lotsinnen und Lotsen stellt sie den größten Träger im Projekt, davon 36 Lotsen im Regionalverband Saarbrücken und 5 Lotsen in Homburg (Saarpfalz-Kreis). Damit trägt die NAS entscheidend zu dem bei, was mobisaar ausmacht: zusammen unterwegs sein – sicher, menschlich und verlässlich.

„Wir sehen, wie Menschen sich positiv verändern.“

Für die NAS fügt sich die Lotsentätigkeit perfekt in ihren Auftrag ein, Menschen zu qualifizieren, zu stärken und ihnen neue berufliche Perspektiven zu eröffnen. Silvia Thumser ist bei der NAS für mobisaar zuständig. Sie betont: „Wir als Träger sind das

Bindeglied zwischen der Finanzierung und der Umsetzung. Wir geben arbeitslosen und arbeitssuchenden Menschen die Möglichkeit, wieder mehr Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig unterstützen wir ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen dabei, wieder mehr Bus und Bahn zu nutzen.“

Die Lotsen werden umfassend vorbereitet – ein wichtiger Teil des Qualitätsanspruchs bei mobisaar, wie Jürgen Schwan erklärt. Er ist bei der NAS für die mobisaar-Lotsen in Homburg zuständig: „Wir schulen unsere Lotsen im Umgang mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen unserer Kundinnen und Kunden. Zudem erwerben sie wichtige Erkenntnisse zum ÖPNV-Angebot für die Nutzung von Bus und Bahn für unsere Klientel. Das ist wichtig, damit sie sicher begleiten können.“

Dass die Maßnahme echtes Potenzial für Menschen birgt, zeigt laut Jürgen Schwan die Entwicklung vieler Lotsen im Laufe ihrer Tätigkeit: „Viele kommen mit wenig Selbstvertrauen zu uns und sind nach ein paar Monaten wie ausgewechselt. Sie merken: Ich bin wichtig. Ich helfe Menschen. Dieser Perspektivwechsel ist enorm wertvoll.“

Die NAS folgt dabei ihrem diakonischen Grundgedanken: Menschen stärken, begleiten und ihnen neue Wege öffnen. „Wenn jemand durch den Lotsenjob wieder eine Tagesstruktur findet und später sogar in den ersten Arbeitsmarkt einsteigt, ist das ein großer Erfolg für alle“, fasst Silvia Thumser zusammen.

Stimmen aus dem Saarbrücker Lotsen-Team – „Es macht Spaß und unser Job ist äußerst sinnvoll.“

Die Saarbrücker Lotsinnen und Lotsen arbeiten mitten im städtischen Verkehrsgeschehen – dort, wo täglich besonders viele Menschen Unterstützung benötigen. „Wir holen die Leute ab, begleiten sie zu Ärzten, Einkäufen oder zur Arbeit – und bringen sie wieder heim. Manche begleiten wir fast jeden Tag“, beschreibt Lotsin Anke Zamljen ihren Tätigkeitsbereich.

mobisaar ist ein kostenfreies Angebot, das vielen unbekannt ist. Daher spielt  Aufklärung im Alltag eine große Rolle, stellt Lotse Michael Schmelzer heraus: „Viele wissen bereits, wer wir sind. Andere müssen wir erst aufklären. Wenn jemand Hilfe braucht – beim Einstieg, bei der Orientierung oder beim Ticketkauf –, sind wir sofort da.“

Barrierefreie Mobilität ist ein Grundpfeiler des Projekts, und die Lotsen tragen sie aktiv mit, ergänzt Lotse Patrick Storch: „Wir helfen beim Einsteigen, beim Rollstuhl, beim Rollator, wir klappen Rampen herunter. Für viele sind es Kleinigkeiten, für die Betroffenen aber enorm wichtig. Unsere Tätigkeit ist dabei sehr abwechslungsreich. Jeder Tag ist anders. Und man bekommt viel Dankbarkeit zurück.“

Ein Blick nach Homburg – Lotsen im Saarpfalz-Kreis

Die Homburger Lotsen arbeiten in einem größeren, eher regional geprägten Raum. Auch dort ist der Bedarf hoch – gerade wegen längerer Wege und teils eingeschränkter ÖPNV-Anbindung.

Sie übernehmen dieselben Aufgaben wie die Saarbrücker Kolleginnen und Kollegen:

  • Begleitung zu Terminen,
  • Unterstützung im Umgang mit Bus und Bahn
  • Orientierung an Umsteigepunkten
  • regelmäßige lotsenspezifische Schulungen

Gerade im ländlicheren Raum trägt der Lotsenservice dazu bei, dass Menschen nicht isoliert werden – ein Kernziel von mobisaar, wie Jürgen Schwan unterstreicht: „Viele unserer Kundinnen und Kunden könnten ohne uns nicht zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen fahren. Für manche wäre der Alltag ohne Begleitung schlicht nicht machbar. Darum wünschen sich alle Beteiligten eine langfristige Fortführung des Angebots. Es wäre ein großer Verlust für die Region, wenn es mobisaar nicht mehr gäbe.“

Fazit: Zwei Regionen – ein gemeinsamer Auftrag für die NAS

Ob in Saarbrücken oder Homburg: Die Lotsinnen und Lotsen der NAS stehen jeden Tag dafür ein, dass Menschen mobil bleiben – sicher, selbstbestimmt und begleitet. Die NAS verbindet dabei ihre Kernkompetenzen aus Qualifizierung, Beschäftigung und sozialem Engagement mit dem Mobilitätsanspruch von mobisaar. So entsteht ein Angebot, das nicht nur Wege öffnet, sondern Menschen stärkt – auf beiden Seiten.